Das Limburger Becken und die nach Süden als dessen Verlängerung anzusehende Idsteiner Senke stellen beide weniger stark gehobene Bereiche des Rheinischen Schiefergebirges dar, und zeigen sich somit als Einsenkungen im Gebirge. Das Limburger Becken kann dabei als eine Scholle angesehen werden, die sich bei der Hebung des Gebirges seit dem Tertiär geringer heraushob als das umgebende Gebirge. Die Idsteiner Senke ist eine grabenartig eingesenkte Zone, die sich als Verlängerung des Oberrheingrabens nach Norden erklärt, mit dem sie über den Eppsteiner Horst verbunden ist. Die Idsteiner Senke trennt dabei als zentraler Teil des Taunus den westlichen und östlichen Hintertaunus. Beide Landschaften sind ebener als die sie umgebenden Gebirge und damit geeigneter für Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung. Für die Landwirtschaft ist aber darüber hinaus der Untergrund, der überwiegend aus fruchtbarem Löß besteht, und die klimatisch geschützte Beckenlage von Bedeutung. Als Senkungsbereich verbindet die Idsteiner Senke das Limburger Becken mit dem Rhein-Main-Tiefland, sie ist von Alters her Verbindungszone zwischen den beiden Landschaftsräumen (z.B. Autobahn A3, ICE-Trasse).

Die Idsteiner Senke von Norden her gesehen (ganz im Vordergrund befindet sich Niedernhausen, links davon die A3, die hier den höchsten Teil des Taunus überwindet). Die Senke ist im südlichen Bereich aufgespalten durch die zwei Flusstäler des Wörsbach bei Idstein und des Emsbach, der am kleinen Feldberg entspringt und in einem Knick in die Idsteiner Senke eintritt, um über Bad Camberg östlich von Limburg in die Lahn einzumünden. Die 3 bis 4 km breite Grabensenke wird in ihrem zentralen Bereich um Bad Camberg als goldener Grund bezeichnet, was die günstigen ackerbaulichen Bedingungen zum Ausdruck bringt. Im Übergangsbereich zum Limburger Becken bei Selters befinden sich Verwerfungslinien (Bruchlinien in der Erdkruste) an denen Mineralwässer auftreten („Selterswasser“).

Das Limburger Becken von Norden her betrachtet. Etwa in Bildmitte von rechts nach links verläuft die Lahn sich schlängelnd durch das Becken. Besonderes Charakteristikum des Beckens ist die leichte Hügeligkeit und eine geringe Bewaldung. Die für das umgebende Gebirge sonst nicht sehr typische landwirtschaftliche Nutzung kommt durch die Faktoren Relief (flachhügelig), guter Boden (Lößbedeckung) und das mildere Beckenklima zustande. Das mittlere Höhenniveau des Beckens liegt bei etwa 200 m, es liegt also deutlich über der Rheinebene. In das Becken hat sich die Lahn von Osten kommend zum Teil tief eingeschnitten, was sich vor allem bei Eintritt in das Becken mit einem Einschnitt von 40 – 50m zeigt.