Das Mittelrheintal bezeichnet den Abschnitt des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge zwischen Bingen und Koblenz, das 2002 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde. Das Mittelrheintal trennt dabei den Taunus vom Hunsrück, der als dessen linksrheinisches Gegenstück angesehen werden kann. Der Rhein hat sich in diesem Talabschnitt besonders tief in das Gebirge eingeschnitten (um 250 m) und dabei eine fast canonartigen Talform erzeugt, die an ihren Ufern nur wenig Raum für Siedlungen bietet. Diese finden sich vornehmlich an den Mündungsabschnitten der vom Taunus oder Hunsrück kommenden Bäche, wie die Stadt Lorch am Rhein. Diese liegt an der Mündung der Wisper, die ein großes, stark bewaldetes und tief eingeschnittenes Einzugsgebiet im westlichen Hintertaunus hat.

Blick von Süden auf das obere Mittelrheintal. Im Vordergrund ist die Stadt Bingen zu sehen, ihr gegenüber liegt Rüdesheim und das Niederwalddenkmal. Der Rhein tritt hier im sogenannten Binger Loch in das Rheinische Schiefergebirge ein, verschmälert seine Weite und erhöht seine Fließgeschwindigkeit. An den steilen Ufern des Rheins in diesem Abschnitt wird groß teils (nicht immer sehr rentabel) Weinbau in Steillagen betrieben. Im rechten unteren Bildteil sind Teile des Rheingaus und Rheinhessens zu sehen, die sich landschaftlich erheblich vom Taunus unterscheiden. Ein großes Problem des Mittelrheintals besteht in der Enge des Talraumes, der nur wenig Platz für Siedlung und Verkehr bietet. Hier drängen sich beiderseits des Rheins Bundesstrasse und Eisenbahn, da der der Rhein auch eine wichtige Verkehrsfunktion ausübt.